Die Casing-Clinic im Januar stellte uns vor große Herausforderungen. Am Veranstaltungstag
hatten wir Minustemperaturen und eisigen Wind. Der Schnee lag zentimeterhoch und die
Forellenseen waren zu großen Teilen von Eis bedeckt.
Trotz dieser widrigen Umstände kamen noch 11 Teilnehmer, die alle hoch motiviert waren
und sich vom schlechten Wetter zunächst nicht abhalten ließen. Es galt die werferischen
Fähigkeiten zu verbessern und sich auf die kommende Saison vorzubereiten. Selbst eine junge
Dame war gewillt dem Wetter zu trotzen. Jedoch eine Stunde früher als geplant mussten wir
den Wurfkurs beenden und uns dem Wetter geschlagen geben. Kurz entschlossen begaben wir
uns in eine warme Gaststube und der Kurs wurde zum Fliegenfischerstammtisch
umfunktioniert. Die versäumte Stunde werden wir selbstverständlich nachholen.
Außerdem sahen sich einige fortgeschrittene Teilnehmer noch einer weiteren Herausforderung gegenüber gestellt. Sie sollten das neue Trainingsgerät von Matthias Meyer erproben. Matthias hat dieses Gerät "entworfen", damit Trickwürfe und besondere Präsentationstechniken besser geübt werden können.
Hintergrund ist der Umstand, dass wir bisher nicht alle Würfe für eine erfolgreiche
Präsentation der Fliege am Fließgewässer an unserem Übungsgewässer ausreichend und vor
allem praxisnah vermitteln konnten. Ferner kam unser Bestreben hinzu, die besseren Werfer
noch weiter zu fördern, ihnen neue Anreize zu bieten und sie somit vor neue
Herausforderungen zu stellen. Einige dieser Fliegenfischer haben inzwischen so ein hohes
Niveau erreicht, dass eine Casting-Clinic im eigentlichen Sinne nicht mehr notwendig ist. Ihre
Schnurführung ist ruhig, präzise, gerade und kontrolliert geworden. Tailing-Loops, Timing-Probleme oder ein Überpowern der Rute gehören der Vergangenheit an.
Damit aber das "schöne" Werfen nicht zum bloßen Selbstzweck verkommt, muss immer wieder der Bezug zur
Praxis hergestellt werden und das Erlernte an einer konkreten Situation bzw. Aufgabe
umgesetzt werden.
Um bestimmte Gewässersituationen zu simulieren, haben wir in ungefähr 8 Meter
Entfernung zum Ufer eine Röhre mit einem Durchmesser von 10 cm! auf der
Wasseroberfläche platziert. Ziel der anschließenden Übung war es, durch die Röhre hindurch
die Fliege zu präsentieren. Damit sollte nicht nur das punktgenaue Anwerfen des Fischs
nachgestellt werden, sondern zudem noch ein Hindernis mit überhängenden Ästen bzw.
Buschwerk simuliert werden. Zugegeben, diese Übung war äußerst schwierig und stellte einige
Teilnehmer zunächst vor eine schier unlösbare Aufgabe. Diese Übung hat aber ihre
Berechtigung und ... sie ist lösbar.
Der Fliegenfischer in unserer Region wird im Hochsommer häufig mit tief über
der Wasseroberfläche hängendem Buschwerk konfrontiert. Fische, die diesen natürlichen
Schutz nutzen, gelten daher gerne als unerreichbar, weil der weniger geübte Fliegenfischer es
sich nicht zutraut diese Fische anzuwerfen. Diesen hinderlichen Umstand möchten wir mit
der Übung entgegentreten und jeden dazu ermuntern diesen Trickwurf zu üben und in der Praxis umzusetzen. Und so manch
einer hat es ja dann auch recht schnell geschafft. Andreas, Du kannst stolz auf Deine Leistung
sein!
Wer möchte, kann sich bei einer der nächsten
Veranstaltungen an diesem "Spielzeug" versuchen.






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