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Tiefster Winter: Herausforderungen beim Fliegenfischen

(16. Januar 2010)
Die Casing-Clinic im Januar stellte uns vor große Herausforderungen. Am Veranstaltungstag hatten wir Minustemperaturen und eisigen Wind. Der Schnee lag zentimeterhoch und die Forellenseen waren zu großen Teilen von Eis bedeckt.

Trotz dieser widrigen Umstände kamen noch 11 Teilnehmer, die alle hoch motiviert waren und sich vom schlechten Wetter zunächst nicht abhalten ließen. Es galt die werferischen Fähigkeiten zu verbessern und sich auf die kommende Saison vorzubereiten. Selbst eine junge Dame war gewillt dem Wetter zu trotzen. Jedoch eine Stunde früher als geplant mussten wir den Wurfkurs beenden und uns dem Wetter geschlagen geben. Kurz entschlossen begaben wir uns in eine warme Gaststube und der Kurs wurde zum Fliegenfischerstammtisch umfunktioniert. Die versäumte Stunde werden wir selbstverständlich nachholen.

Außerdem sahen sich einige fortgeschrittene Teilnehmer noch einer weiteren Herausforderung gegenüber gestellt. Sie sollten das neue Trainingsgerät von Matthias Meyer erproben. Matthias hat dieses Gerät "entworfen", damit Trickwürfe und besondere Präsentationstechniken besser geübt werden können.

Hintergrund ist der Umstand, dass wir bisher nicht alle Würfe für eine erfolgreiche Präsentation der Fliege am Fließgewässer an unserem Übungsgewässer ausreichend und vor allem praxisnah vermitteln konnten. Ferner kam unser Bestreben hinzu, die besseren Werfer noch weiter zu fördern, ihnen neue Anreize zu bieten und sie somit vor neue Herausforderungen zu stellen. Einige dieser Fliegenfischer haben inzwischen so ein hohes Niveau erreicht, dass eine Casting-Clinic im eigentlichen Sinne nicht mehr notwendig ist. Ihre Schnurführung ist ruhig, präzise, gerade und kontrolliert geworden. Tailing-Loops, Timing-Probleme oder ein Überpowern der Rute gehören der Vergangenheit an.

Damit aber das "schöne" Werfen nicht zum bloßen Selbstzweck verkommt, muss immer wieder der Bezug zur Praxis hergestellt werden und das Erlernte an einer konkreten Situation bzw. Aufgabe umgesetzt werden.

Um bestimmte Gewässersituationen zu simulieren, haben wir in ungefähr 8 Meter Entfernung zum Ufer eine Röhre mit einem Durchmesser von 10 cm! auf der Wasseroberfläche platziert. Ziel der anschließenden Übung war es, durch die Röhre hindurch die Fliege zu präsentieren. Damit sollte nicht nur das punktgenaue Anwerfen des Fischs nachgestellt werden, sondern zudem noch ein Hindernis mit überhängenden Ästen bzw. Buschwerk simuliert werden. Zugegeben, diese Übung war äußerst schwierig und stellte einige Teilnehmer zunächst vor eine schier unlösbare Aufgabe. Diese Übung hat aber ihre Berechtigung und ... sie ist lösbar.

Der Fliegenfischer in unserer Region wird im Hochsommer häufig mit tief über der Wasseroberfläche hängendem Buschwerk konfrontiert. Fische, die diesen natürlichen Schutz nutzen, gelten daher gerne als unerreichbar, weil der weniger geübte Fliegenfischer es sich nicht zutraut diese Fische anzuwerfen. Diesen hinderlichen Umstand möchten wir mit der Übung entgegentreten und jeden dazu ermuntern diesen Trickwurf zu üben und in der Praxis umzusetzen. Und so manch einer hat es ja dann auch recht schnell geschafft. Andreas, Du kannst stolz auf Deine Leistung sein!

Wer möchte, kann sich bei einer der nächsten Veranstaltungen an diesem "Spielzeug" versuchen.
Impressionen
Michael Winterberg demonstriert Klemens die Grundlagen des DoppelzugsAndreas versucht sich an dem Trainingsgerät unter der Anleitung von Matthias MeyerNettes Gespräch zwischen Teilnehmern und InstruktorenMarc Rädisch zeigt Ulrich den Ablauf des Zweihandwurfs