Home

Fliegenfischen an der Lahn

(von Jonas Hölz, Juli 2010)
Vielen Anglern wird man die zwischen Taunus und Westerwald gelegene Lahn nicht mehr weiter vorstellen müssen, denn sie ist ihnen seit Jahrzehnten als gutes Fischgewässer bekannt. Hingegen ist der Anblick eines Fliegenfischers noch immer die große Ausnahme.

Zu Unrecht, denn die Lahn birgt sehr viele interessante Passagen, die in jeder Hinsicht überaus reizvoll für den Fliegenfischer sind. Die Schönheit der Kulturlandschaft und der abwechslungsreiche Gewässercharakter, geprägt von großen Kehrwassern, langen Rauschen und tiefen Rinnen, landen regelrecht zum Fliegenfischen ein. Die Lahn besticht jedoch nicht nur durch diese Attribute, sondern auch der Fischbestand hat es in sich. Regelmäßig produziert dieses Gewässer kapitale Fische, die mitunter sogar im Trophy-Bereich sind.

Die Hauptzielfische sind die Hechte, Döbel und die Barben. Darüber hinaus ist aber auch die Fischerei auf Bachforelle, Karpfen und Rapfen erfolgsversprechend und ein Versuch mit der Fliege lohnt sich eigentlich immer!

Aufgrund der ständig wechselnden Gewässerstrukturen und den unterschiedlichen Zielfischen, sollten stets zwei Ruten im Gepäck sein, um nach Möglichkeit jeder Situation gerecht zu werden. Leichte Ruten der Klasse #2-3 in 7-9ft und schwere Ruten der Klasse #8 in 9ft sollten ausreichen, um große Bereiche abzudecken. Die leichte Rute ist hervorragend geeignet, die allgegenwärtigen Döbel mit Trockenfliegen zu befischen. Die schwere Rute kommt zum Einsatz, wenn Großfische den "Weg" kreuzen. Dabei ist es wichtig stets flexibel zu sein, denn man weiß nie, was hinter der nächsten Ecke lauert. Ein konisches Vorfach mit ausreichend starkem Tip muss genauso griffbereit sein, wie ein geeignetes Vorfach für die zähnestarrenden Räuber. Dementsprechend sollte man auch eine gewisse Auswahl an Fliegen im Petto haben. Besonders bewährt haben sich Woolys, Globugs, Tschernobyl Ants, Pheasant Tail Nymphs in verschiedenen Größen und Ausführungen (Goldkopf, Flashback etc.), sowie Zonker, Popper, große Synthetikstreamer und Trockenfliegen, wie die Adams in all ihren Varianten. Ferner haben sich auch einige Sedge-Muster gut bewährt.

Diese Erfahrungen und Eindrücke beziehen sich ausschließlich auf die Pachtstrecke des fsv-oberlahn (www.fsv-oberlahn.de), dessen Streckenabschnitt bei Leun-Stockhausen (Lahnkilometer 28) und bei Runkel- Steeden (Lahnkilometer 70,5) endet. Dem Fliegenfischer stehen also rund 42,5 km Wasser zur Verfügung, wobei die interessantesten Spots vor allem die zahlreichen Wehre sind.

Der Rückstaubereich oberhalb eines Wehrs bietet gute Möglichkeiten den Räubern nachzustellen, da sich aufgrund von Schwemmgut viele Einstandsmöglichkeiten auftun und sich zudem dort verstärkt die Weißfischbrut aufhält, die sich auf dem ansteigenden Wehrsturz tummelt. Zweifelsohne bietet der untere Teil der Wehre die interessanteren Möglichkeiten, da hier der meiste Sauerstoff ins Wasser gelangt und sich auch hier die abwechslungsreicheren Gewässerstrukturen befinden. Hervorzuheben sind die Wehre in Löhnberg, Weilburg, Kirschhofen, Fürfurt, Villmar und Runkel.

An dieser Stelle muss noch ergänzend angeführt werden, dass der Raubfischfang für Gastfischer bisher nicht möglich war, da die maßgeblichen Bestimmungen es gänzlich untersagten. Kürzlich wurde jedoch die Vereinssatzung dahingehend geändert, dass nach Erwerb eines entsprechenden "Raubfischscheins" der Raubfischfang nun doch möglich ist.

Gastkarten kann man inzwischen an vielen Adressen beziehen. Hier eine Liste der Ausgabestellen:



Impressionen
Jonas Hölz mit einem Lahn-HechtPrächtige Barbe aus der LahnGroßer Döbel aus der LahnEin Döbel wie man ihn nicht jeden Tag fängt
Steht hier einer der großen Hechte?... und noch ein Hecht aus der LahnDie herrliche Flußlandschaft der LahnEines der vielen Wehre