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Fliegenfischen im Taunus – Die vergessenen Mittelgebirgsbäche

(07. Februar 2010)
Der Taunus gehört sicherlich nicht zu den berühmten Fliegenfischerrevieren Deutschlands, trotzdem bietet dieses schöne Mittelgebirge dem Fliegenfischer weitaus mehr Möglichkeiten, als ein erster flüchtiger Blick vermuten lässt. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass manche große Taunusforelle einsam und alleine an Altersschwäche stirbt, bevor sie je ein Fliegenfischer zu Gesicht bekommt. Mit dieser News-Ausgabe möchten wir Ihnen die Taunusgewässer ein wenig näher bringen und Sie dazu ermuntern, das hessische Mittelgebirge mit der Fliege zu erkunden.

Einige Fliegenfischerkollegen behaupten, dass es im Taunus kaum Fließgewässer gäbe, an denen man mit der Fliege fischen könne. Eine Aussage die dann zuträfe, wenn man die vielen kleinen Bäche bei der Auswahl nicht mit einbeziehen würde, denn größere Bachläufe oder gar Flüsse wird man im Taunusgebirge vergeblich suchen. Das waldreiche Mittelgebirge wird ausschließlich von kleineren Bächen entwässert, die vielerorts durch tiefeingeschnittene Täler fließen und mitunter nur schwer zugänglich sind. Fernab aller Ortschaften bieten die kleinen Bäche dem engagierten Fliegenfischer eine echte Alternative zu so manchem bekannten und überfischten Gewässer anderswo. Inmitten pittoresker Kulturlandschaften schlängeln sich die kleinen Bäche kilometerlang durch Wälder und Wiesen und lassen den Besucher schnell die Hektik der nahegelegenen Finanzmetropole Frankfurt vergessen. Das ist auch ein Grund, weshalb große Gebiete des Taunus als Naturpark ausgewiesen sind.

Die meisten Bäche im Taunus sind für viele Fliegenfischer ein (noch) unbeschriebenes Blatt. Dies mag zum einen daran liegen, dass die zuständigen Angelvereine bzw. Pächter für Gastangler keine Tageskarten bereitstellen, zum anderen weil viele Fliegenfischer kleine Bäche per se nicht für beachtenswert halten. Hinzukommt, dass die Bachfischerei im Taunus gelegentlich sehr anspruchsvoll sein kann. Denn häufig sind die Bäche von Erlen-Galerien gesäumt, das dem schmalen Bachbett ein tunnelartiges Erscheinungsbild verleiht und dem Fliegenfischer schon einiges seines werferischen Könnens abverlangt.

Wer sich aber dieser werferischen Herausforderung stellt, wird nicht selten mit einer sehr spannenden Pirschfischerei belohnt. Stromauf, von Pool zu Pool wird der Fisch gesucht und gezielt angeworfen. Ob im seichten Auslauf einer Rieselstrecke oder unter der tiefen Unterspülung einer Baumwurzel, mögliche Beute findet sich an vielen Stellen. Aber Vorsicht, eine gute Präsentation der Fliege und das Beherrschen von Trickwürfen sind nicht alles. Bedachte Bewegungen in Sichtweite des lokalisierten Fisches sind absolut geboten, denn sonst ist die Bachforelle mit Sicherheit verscheucht. Auf das Waten sollte grundsätzlich verzichtet werden. Zum einem kann man die kleinen Bäche fast überall queren, zum anderen sind Watstiefel oder Wathosen bei dieser Fischerei eher hinderlich.

Eine große Bachforelle, trotz widriger Bedingungen in einem kleinen Mittelgebirgsbach mit der Trockenfliege zu überlisten, ist ein Erlebnis, was einem noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die kleinen Mittelgebirgsbäche beherbergen in ihren klaren Gewässern meist gute Bestände an Bachforellen. Hingegen wird man auf Äschen, mit Ausnahme der Weil, in den Taunusbächen nur selten stoßen. Der Eschbach nimmt in Bezug auf den Fischbestand ebenfalls eine besondere Rolle ein. In diesem Gewässer leben überwiegend Döbel und nur vereinzelt kommt die Bachforellen vor.

Einige unserer Instruktoren sind an den Bächen im Taunus aufgewachsen, haben dort die ersten Schritte mit der Fliegenrute unternommen und gelernt, diese feine Fischerei zu wertschätzen. Falls wir durch diesen Artikel Ihr Interesse geweckt haben, so finden Sie nachstehend ein Großteil der Vereine, die im Taunus einen oder mehrere der Mittelgebirgsbäche bewirtschaften. Vielleicht finden auch Sie Ihr Bächlein zum Fliegenfischen im Taunus.

Impressionen
Die Weil, das Hausgewässer von Jonas HölzJan Bürger mit Bachforelle aus dem ErlenbachMatthias Meyer mit schöner Bachforelle aus einem kleinem Bach (ausnahmsweise mit Watstiefel)Matthias Meyer beim Versuch eine gesichtete Forelle in einem Bach im Taunus zu überlisten