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Fliegenfischen auf Seeforelle am Lac de Joux,
oder ...

Die Jagd nach Silber

(von Andreas Schmitt, Januar 2011)
Jedes Jahr am 16. Dezember beginnt am Lac de Joux die Seeforellenfischerei. Damit ist es der früheste Eröffnungstermin eines Schweizer Seeforellenwassers und ein Datum, auf das man wartet. Wer es schon einmal auf Seeforelle versucht hat, der weiß worum es geht.

Die forma lacustris ist die mitunter großwüchsigste Form der Salmo trutta. Sie wächst sehr schnell und erreicht i. d. R. bereits nach drei Jahren eine Größe von rund 50 cm. Der Körper ist gedrungen wie ein Torpedo, kräftig und bullig. Die silbernen Flanken lassen den Fisch blitzen wie einen Edelstein und man erkennt einen Nachläufer sofort an den Reflektionen unter Wasser. Eine Seeforelle ist ein aggressiver Räuber mit einem großen Appetit. Einmal gehakt springt sie oft herum, wie ein Tennisball, und entwickelt eine ungeahnte Power.

Einen solchen Silberschatz zu erbeuten, das ist der Traum vieler Angler. Nicht umsonst pilgert alles, was Rang und Namen hat, an die großen Schweizer Seen. Doch nur wenige haben sich je der Herausforderung gestellt, Seeforellen mit der Fliege zu befischen.

Wer es auf Silber abgesehen hat, muss dafür einige Strapazen ertragen. Die Seeforelle ist der Fisch der 1000 Würfe und alles andere, als einfach. Es ist schon eine ordentliche Portion Willenskraft erforderlich, um sich mitten im Winter ins kalte Wasser zu stellen und die Fliegenrute zu schwingen. Doch wenn es plötzlich blitzt im Wasser, ein Schlag durch die Rute fährt und ein Silberbarren durch die Oberfläche bricht, dann ist das einfach ein Traum.

Am 16. Dezember begann am Lac de Joux die Seeforellenfischerei. Während die meisten Fliegenfischer auf der Jagd nach Weihnachtsgeschenken waren, folgten Matthias Meyer und Andreas Schmitt der Sehnsucht nach Wasser, Wurf und Fisch. Vier Tage lang trotzten sie Wind und Wetter und kämpften mit der Kälte. Rutenklasse 8, sinkender Schusskopf, Streamer, der runter knallt wie ein Stein. In nur zwei Tagen fielen fast 40 cm Schnee. Doch Temperaturen bis 10° C. unter Null stellen kein Hindernis dar, wenn man einen Silberschatz erbeuten will.

Gewässer-Info:
Der Lac de Joux liegt unmittelbar vor der französischen Grenze im Schweizer Jura. Er befindet sich auf gut 1000 m Höhe, ist etwa 9 Km lang und im Schnitt 1 Km breit. Er besitzt einen sehr guten Seeforellenbestand, der aufgrund der relativ flachen Kiesufer hervorragend mit der Fliege zu befischen ist. Die Tageskarte kostet 10,- CHF und ist somit sehr günstig.

Für weitere Informationen (in Französisch) klicken Sie bitte hier.
Impressionen
Stahlblauer Himmel und klirrend kalte LuftDer Kampf mit Wind und WetterDas tut gut! Heißes Käsefondue bei -10° C.Die Kälte formt jede Menge Eisskulpturen
Schöne Seeforelle vor der Landung (gefangen von Andreas)Wenige Kilometer entfernt laufen die Skilifte, aber…Wir wissen, was wir brauchenNoch 999 Würfe bis zum Fisch