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LACHSFISCHEN IN NORWEGEN UND SCHWEDEN

Salmon Fishing „Scandi-Style" - Mit der Fliegenrute auf Lachs in Norwegen und Schweden

Seit ich mich mit dem Fliegenfischen auf atlantische Lachse befasse, hat sich diese Fischerei zu einer meiner größten Leidenschaften entwickelt. Ich bekenne mich schuldig, einen erheblichen Teil des Jahres bereits auch auf die Lachstour im darauffolgenden Sommer hinzuarbeiten - und auch jetzt im Augenblick bin ich in Gedanken oft bei der geplanten Fahrt im kommenden Sommer.

Ein Sprichwort sagt, „der beste Lachsfluss ist der, den man kennt", und ich stimme dem zu. Daher mag es für erfahrene Lachsfischer günstiger sein, den bereits bekannten Fluss wieder zu besuchen, anstatt immer neue Gewässer ineffektiv zu befischen. Einsteiger dagegen stehen grundsätzlich vor der wichtigen Frage nach Land, Region und Gewässer - und die ungeheure Anzahl potenzieller Ziele macht die Entscheidung nicht leicht. Für mich ist die Maximierung der Fangchance durch eine gute Gewässerwahl entscheidend und der Erfolg der vergangenen Touren gibt mir (so glaube ich) recht. Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen einige sehr gute Ziele in Schweden und Norwegen vorstellen und - sofern Sie Einsteiger sind - den Weg zu Ihrem ersten Lachs erleichtern.

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Schwedens Norden

Schweden lockt mit vielen ausgezeichneten Lachsflüssen und wer die lange Reise in die nördlichen Regionen nicht scheut, hat zahlreiche günstige Flüsse zur Auswahl, welche mit hohen Durchschnittsgewichten der Fänge von sich Reden machen. Die Kartenpreise liegen vielerorts bei erstaunlichen 15,- Euro/ Tag oder 50,- Euro/ Woche, was einem begrenzten Reisebudget entgegen kommt. Allerdings sind viele dieser Flüsse sehr breit und ihre Strukturen daher nicht leicht zu verstehen. Ein Guiding vor Ort ist entsprechend sehr zu empfehlen und kann einer Enttäuschung vorbeugen. Auch wenn der Fangerfolg von verschiedenen Faktoren abhängt, so ist doch die gute Kenntnis der Gewässerstrukturen eine der wichtigsten Voraussetzungen und bei vielleicht nur einer Woche Angelzeit sollte die Fischerei zu jeder Minute effektiv sein!

Im Sommer 2010 befischte die Flüsse Torne und Lainio in Lappland und konnte während der Reise auch Eindrücke von einigen weiteren nordschwedischen Lachsgewässern gewinnen. Zu optimistische Erwartungen hinsichtlich der bestehenden Fangchancen sollten meiner Meinung nach relativiert werden, denn eine Garantie gibt es nicht. Andererseits gilt die Devise, „wenn es kracht, dann richtig." - Die Chance auf starke Lachse jenseits der 10-Kilo-Marke ist jederzeit gegeben!

Im Süden Norwegens

Meinen drei letzten Touren haben mich in den norwegischen Süden geführt und ich werde diesem lohnenswerten Ziel auch weiterhin treu bleiben. Die drei südlichsten Provinzen Rogaland, Vest-Agder und Aust-Agder verfügen über mindestens zehn Flüsse mit guten Lachs- und Meerforellenaufstiegen und lohnenswertem Preis-Leistungs-Verhältnis. Außerdem liegen diese in gut erreichbarer Nähe.

Die Flüsse Ogna und Hå weisen Fangergebnisse zwischen 1500 und 2000 Lachse pro Saison auf; Figgjo, Otra und Mandal rund 2000 - 3000 Lachse. Spitzenreiter Südnorwegens ist mit etwa 5000 gefangenen Lachsen pro Saison der Bjerkreim in Rogaland. Natürlich ist die Güte dieser Flüsse ein offenes Geheimnis, sodass man in der Hochsaison in Juli und August auf viele Gleichgesinnte treffen wird. Für eine Tageskarte fallen je nach Fluss etwa 25,- bis 40,- Euro an. Eine Wochenkarte kostet in der Regel zwischen 180,- und 220,- Euro. Erwähnenswert sind auch die etwas kleineren Flüsse Audna und Sokna, welche immerhin 800 - 900 Lachse pro Saison produzieren und mit ihren übersichtlichen Strukturen ideale Fliegengewässer sind. Diese Flüsse locken außerdem mit günstigen Kartenpreisen zwischen 90,- und 120,- Euro pro Woche.

Die Chance, als Einsteiger den ersten eigenen Lachs zu fangen, ist an diesen Flüssen sehr gut. Nichtsdestotrotz ist eine gute Kenntnis der Pools immer wichtig und die Einführung durch einen Ortskundigen besser als die Erkundung auf eigene Faust. Die meisten Lachse haben ein Gewicht zwischen 1 und 4 kg. Gute Chancen auf Fische zwischen 4 und 6 kg. bieten vor allem Otra, Figgjo und Mandal.

Gerätetipps

Selbst wenn sich die zu erwartenden Fänge durchaus mit einer Einhandrute bewältigen ließen, würde ich dennoch immer zu einer Zweihandrute raten. Die Vorteile liegen klar in der einfacheren Bewältigung weiter Würfe und der besseren Kontrolle bei der Führung der Fliege sowie im Drill. Vielerorts lässt sich ausschließlich mit Unterhandwürfen fischen - hier schont die Zweihandrute den Wurfarm und erreicht leichter die nötige Distanz.

Vorausgesetzt Sie folgen mir nach Südnorwegen, möchte ich Ihnen Folgendes empfehlen: Für kleinere (z. B. Audna) bis mittlere Flüsse (z. B. Bjerkreim) reicht eine Rute von 12 - 13 Fuß der Klasse 8. Große Flüsse wie Otra oder Mandal erfordern oft weite Würfe, was eine längere Rute in 13,6 - 14 Fuß und Schnurklasse 8 - 9 nahelegt. Fans gröberer Machart können natürlich auch solche Geräte nutzen - allerdings auf Kosten des Feelings im Drill. Für die sehr großen Flüsse Nordschwedens würde ich grundsätzlich Ruten in 14 Fuß und Schnurklasse 9 - 10 empfehlen.

Ich persönlich fische eine Hardy Marksman 2 S-Series in 12,6 Fuß # 8 sowie eine Hardy Zenith in 13,6 Fuß # 8 - bestückt mit Schussköpfen von 32 bzw. 38 Gramm bin ich damit für die meisten Anforderungen gut gerüstet. Die Marksman ist eine wunderbar gefühlvolle Rute mit fantastischer Wurfleistung und in dieser Gewichtsklasse ideal für die gefühlvolle Zweihandfischerei. Wenn es um größte Distanzen und schwere Tubenfliegen geht, kommt die Zenith zum Einsatz - eine absolute Wurfmaschine! Mit diesem Gerät kommt auch das gegenüberliegende Ufer in erstaunliche Wurfnähe.

Einsteiger, die ihr Budget schonen wollen, sind den schönen Ruten von Greys optimal beraten. Die GRXi+ Serie hat gegenwärtig mit Sicherheit eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse überhaupt am Markt. Ich habe die GRXi+ Zweihandruten in 12 Fuß # 7 und 13 Fuß # 8 am Mandal gefischt. Die leichten Blanks verhalten sich beim Wurf wie auch im Drill ausgezeichnet. Bei einem Preis ab 180,- Euro wirklich eine tolle Sache! Das Nachfolgemodell GR50 liegt preistechnisch darüber, rechtfertigt dies jedoch durch ihre tolle Performance und das Design. Das Flagschiff der Greys-Ruten ist die XF 2, wobei ich zum Werfen mit Schussköpfen die S-Series empfehle. Diese filigran gearbeitete Rute hat eine spritzige Geschwindigkeit und das Wurfvergnügen lässt keine Wünsche offen.

Schnurempfehlung: Mach Multi Spey. Aufgebaut wie ein Scandi-Schusskopf-System wirft sich diese Leine spielend einfach - jedoch ohne Hängenbleiben der Schnurverbindung in den Ringen. Darüber hinaus ermöglicht das Wechselspitzensystem eine optimale Anpassung an die aktuellen Gewässerbedingungen - ohne Einbußen an Wurfvergnügen. Eine hervorragende Leine!

Wurfkurse für Einsteiger oder Fortgeschrittene

Die Casting-Clinic bietet Ihnen persönlich zugeschnittene Wurfkurse im Bereich Zweihand- wie auch Einhandtechnik an. Infos und Termine finden Sie unter https://www.casting-clinic.de/. Wir freuen uns auf Sie!

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Informationen die Wahl Ihres nächsten Urlaubsziels erleichtern, und auch einige Gerätefragen für Sie beantworten. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg bei der Jagd nach Silber! Wir sehen uns am Wasser...

Andreas Schmitt, Team Casting-Clinic (https://www.casting-clinic.de/andreas-schmitt-fliegenfischen-intruktor/)

Lachsfischen in Norwegen und Schweden